Archiv für die Kategorie „Literatur“

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Anna-Christin Kramer über
Zehn Wahrheiten von Miranda July
aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Clara Drechsler und Harald Hellmann
In ihrem Kurzgeschichtendebüt befasst sich die amerikanische Künstlerin und Autorin Miranda July auf rührende Art und Weise mit Episoden aus dem Schicksal von Menschen, denen der Zugang zum Leben nicht möglich ist. Meist geht es um Liebe, doch sehr feinfühlig und niemals klischeebehaftet. Den liebevollen, träumerischen Ton der Autorin zu bewahren, die erzählt, ohne zu werten, war hier die Herausforderung für die Übersetzer.

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Francie Boortz über
Big Trouble von Dave Barry
aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Edith Beleites
Wer denkt, um einen Roman zu schreiben, bräuchte man zunächst eine klare Vorstellung von dessen Handlung, der irrt. Zumindest nach Auffassung des amerikanische Kolumnisten Dave Barry, der mit „Big Trouble“ das Gegenteil beweist. Er verwebt darin schräge Charakter, Situationskomik uns subtile Gesellschaftskritik zu einer turbulenten Geschichte, die sich kaum einem Genre zuordnen lässt

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Katrin Segerer über
Adolf H. - Zwei Leben von Eric-Emmanuel Schmitt
aus dem Französischen übersetzt von Klaus Laabs
„Adolf Hitler: durchgefallen.“ So beginnt Eric-Emmanuel Schmitt sein neuestes Werk, das sich an ein Tabuthema heranwagt. Schonungslos zeigt es eine mögliche Innenansicht des historischen Hitler und konstruiert gleichzeitig einen zweiten, fiktiven Lebensweg, denjenigen des Adolf H. Der Leser wird zu einer Runde ‚Was wäre, wenn…’ eingeladen: Was wäre, wenn Hitler damals an der Kunstakademie angenommen worden wäre? Wie hätte das 20. Jahrhundert ohne den nationalsozialistischen „Führer“ ausgesehen? Und wie konnte aus dem 19-jährigen Akademiebewerber der Diktator, das Monster werden?

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Carina Nehring über
Dorian von Will Self
aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Robin Detje
Wie sähe die Geschichte von Oscar Wildes Dorian Gray aus, wenn sie hundert Jahre später spielen würde? Will Self hat sich dieser Frage angenommen. Sein „Dorian“ ist ein Kunstwerk für sich. In drei Akten wird die Geschichte um Dorian Gray, Basil Hallward und Henry Wotton in die 80er und 90er Jahre des 20. Jahrhunderts versetzt. Die Sprache der Drogen- und Kunstszene zu dieser Zeit dürfte für den Übersetzer Robin Detje eine Herausforderung dargestellt haben.

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Nina Restemeier über
Fun Home von Alison Bechdel
aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Sabine Küchler und Denis Scheck
Eine ungewöhnliche Familiengeschichte in einem ungewöhnlichen Medium präsentiert Alison Bechdel mit ihrem Comic „Fun Home“. Literarisch anspruchsvoll und in liebevoll gezeichneten Bildern rekonstruiert sie die Geschichte ihres früh verstorbenen Vaters, der sein Leben lang seine Homosexualität verheimlichen musste. Wie „Fun Home“ laut Klappentext „ein Meisterwerk der Comic-Kunst“ darstellt, so grandios ist auch die Übersetzung von Sabine Küchler und Denis Scheck.

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Karolin Viseneber über
Joseph & Clara von Régis de Sá Moreira
aus dem Französischen übersetzt von Sonja Finck
„Joseph & Clara“ ist mehr als eine Liebesgeschichte. Dieses ungewöhnliche Buch erzählt von zwei Menschen, deren Liebe sich mit der Endlichkeit des Seins nicht vereinbaren lässt. Die skurrilen und liebevoll gestalteten Charaktere bewegen sich zwischen Humor und Tragik, Poesie und Leichtigkeit, Einsamkeit und Nähe und geraten trotz großer Gefühle nie in die Gefahr, in klischeehafte Liebesmetaphorik abzugleiten.

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Was passiert, wenn man jemanden zu Tode liebt? Wenn ein einziger Tag alles verändert? Wenn „das Undenkbare denkbar und das Unmögliche möglich gemacht” wird? Der preisgekrönte Roman „Der Gott der kleinen Dinge“ geht diesen Fragen nach. Arundhati Roy erzählt die verworrene, dunkle Geschichte einer indischen Familie lebendig und liebevoll. Manchmal mit rührend viel Gefühl, an anderen Stellen mit verstörender Grausamkeit. Ihre Sprache ist voller Magie, Bilder und Allegorien. Eine schwierige Aufgabe für die Übersetzerin, die aber von Anette Grube meisterhaft gelöst wurde.

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„Keine Sorge, mir geht’s gut“ - viel mehr steht nicht auf den Postkarten, die seit fast zwei Jahren für Lili das einzige Lebenszeichen von ihrem scheinbar spurlos verschwundenen Bruder Loïc darstellen. Lili beschließt, sich auf die Suche nach ihm zu begeben - eine folgenschwere Entscheidung, die sie zu einem ebenso traurigen wie schönen Familiengeheimnis führen wird. Zu den Besonderheiten von Olivier Adams in Frankreich euphorisch aufgenommenem und erst kürzlich verfilmtem Erstlingswerk zählt sein minimalistischer Stil - eine besondere Herausforderung für die Übersetzung.

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Mit seinem meisterhaften Erstlingswerk House of Leaves scheint Mark Z. Danielewski den Roman neu erfunden zu haben. Er schöpft aus dem Vollen formaler und erzähltechnischer Möglichkeiten, wie es nur die wenigsten Autoren vor ihm getan haben, und schafft es auf diese Weise, den Leser ganz und gar in dem Labyrinth dieses mystischen Hauses und seiner Rätselhaftigkeit verschwinden zu lassen. Mit ihrer virtuosen Übersetzung hat Christa Schuenke es geschafft, dieses sprachliche Ungeheuer zu bewältigen, ohne es in seiner Mannigfaltigkeit zu beschneiden.

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Simon Nardis steht vor der Wahl: Soll er bei seiner Familie bleiben und seinen Ingenieurberuf weiter ausüben oder soll er sich der Clubbesitzerin Debbie Parker zuwenden und sich als Jazzpianist wieder ganz der Musik widmen, die er zehn Jahre zuvor aufgegeben hat? Die Entscheidung fällt unerwartet in Christian Gaillys Roman, in dem die Musik nicht nur inhaltlich eine große Rolle spielt.

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Die wahre Geschichte des Zusammenbruchs eines Unternehmens, minutiös an den Tatsachen orientiert und dazu spannend wie ein Thriller. Aber was passiert, wenn ein Meisterwerk der amerikanischen Wirtschaftsliteratur von drei Übersetzern übertragen wird? Lesen Sie, welche Bilanz für das Trio gezogen wird.

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Keith Ridgways „Normalzeit“ ist eine schöne Sammlung irritierend anderer Kurzgeschichten – sie berichten von Zweifeln, Visionen, von Grenzgängen und merkwürdigen Zufällen und decken die Makel menschlichen Verhaltens auf, ohne zu moralisieren. Es sind Geschichten, in denen Vernunft keine Rolle spielt.

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„Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen“. Der Eröffnungssatz ist wohl zugleich der am häufigsten zitierte Satz aus Andrew Sean Greers Roman und das aus gutem Grund: Beinhaltet er doch schon die ganze tragische Geschichte von Max Tivolis lebenslanger Liebe zu Alice. Einer Liebe, die unerfüllt bleiben muss, da Max unter einer seltenen Krankheit leidet: Er lebt rückwärts… Eine erstaunliche, anrührende Geschichte in einer durchaus lesenswerten Übersetzung, die bedauerlicherweise manchmal hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

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Nina Restemeier über
Ich steh auf dich von Federico Moccia
aus dem Italienischen übersetzt von Brigitte Lindecke
Auf dieses Buch, so scheint es, hat ganz Italien gewartet, zumindest dem rasanten Tempo nach zu urteilen, mit dem „Ho voglia di te“ im Frühjahr 2006 die Bestsellerlisten erklomm. Endlich geht sie weiter, die romantische Liebesgeschichte zwischen Step und Babi! Oder doch nicht? Die Fortsetzung von Federico Moccias Kultbuch „Tre metri sopra il cielo“ hat bereits die italienische Jugend begeistert und ist nun in einer überaus gelungenen Übersetzung in Deutschland erschienen.

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Stefanie Hattel über
Der Herr der Wolken von Stéphane Audeguy
aus dem Französischen übersetzt von Elsbeth Ranke
Einem Menschen einen Namen zu geben, heißt, sich ein Bild von ihm zu machen. Er kann diesem Bild fortan entsprechen, er kann ihm aber auch nicht gerecht werden. Die Dinge zu benennen, ihnen einen wissenschaftlichen Namen zu geben, heißt, sich einen Begriff von ihnen zu machen, heißt zu verstehen versuchen. So lautet im Groben einer der Erfahrungssätze aus „La Théorie des Nuages“ (2005), dem Roman mit dem der Franzose Stéphane Audeguy in Frankreich zum Kritikerliebling wurde, in Deutschland allerdings auf wenig Gegenliebe stieß. Als „Abenteuer-Wissenschaftsroman“ erschien er 2006 bei SchirmerGraf in der Übersetzung Elsbeth Rankes unter dem Titel „Der Herr der Wolken“ – ein Titel, der ein trügerisches Bild entwirft.

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