Liebe Leserinnen und Leser!

im Jahr 2015 erschienen allein in Buchform sieben Neuübersetzungen von Antoine de Saint-Exupérys Le Petit Prince. Einen vergleichenden Überblick lieferte bereits Vera Elisabeth Gerling mit ihrem Text "Sieben auf einen Streich! – Welchen Prinzen hätten Sie denn gerne?"

Eine der Übersetzerinnen, Marion Herbert, berichtet nun aus ihrer Sicht, wie sie sich beim Verb apprivoiser mit dem Original, aber auch mit der sogenannten "Originalübersetzung" aus dem Jahr 1950 auseinandergesetzt hat.

Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht
Nina Restemeier im Namen der ReLü-Redaktion

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Übers Übersetzen

Buchcover
Marion Herbert über ihre
Annäherung an das Verb apprivoiser bei Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz. Ein Werkstattbericht
Muss man Freunde zähmen? Jede Neuübersetzung des Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry steht automatisch in Bezug zur ersten Übersetzung von Grete und Josef Leitgeb aus dem Jahr 1950, die wohl jeder kennen dürfte. Auch Marion Herbert, die im Jahr 2015 eine von sieben Neuübersetzungen vorgelegt hat, stellt sich dieser Auseinandersetzung und zeichnet anhand des Verbs apprivoiser die Komplexität übersetzerischer Entscheidungen nach.

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Buchcover
Hanna Ohlrogge schreibt
Ein kleines Plädoyer für waghalsigeres Übersetzen
„Wir reiten das Pferd nicht, wir striegeln es nur“, hat mal jemand zu mir gesagt. Gemeint hat er damit, dass wir Übersetzer so was wie die Stallburschen der Literatur sind – wir wissen genauestens über die Vierbeiner Bescheid, aber über Wortwiesen galoppiert wird woanders. Das fand ich zuerst gewitzt formuliert, und dann schnell ziemlich traurig. Denn wenn ich übersetze, schreibe ich am liebsten unübersetzbare Sätze. Solche, die so deutsch sind, dass sie sich so leicht in keiner anderen Sprache sagen lassen. Ich mag das nicht, wenn ich in meiner Übersetzung die Sprache des Originals zu unverhohlen nachhallen höre. Deutsch ist viel zu schön dafür. Finde ich.

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Literatur

Buchcover
Elisabeth Scherer über
Südlich der Grenze, westlich der Sonne von Haruki Murakami
aus dem Japanischen neuübersetzt von Ursula Gräfe
Ein großer Streit im Literarischen Quartett begleitete die erste Übersetzung von Murakami Harukis Roman Gefährliche Geliebte im Jahr 2000. Schrieb dieser Bestsellerautor nun „sprachloses, kunstloses Gestammel“ oder handelte es sich dabei um einen „hoch erotischen Roman“? Eine Antwort darauf liefert Elisabeth Scherers Vergleich mit der 2013 erschienenen Neuübersetzung unter dem so überraschend anders klingenden Titel Südlich der Grenze, westlich der Sonne – von Ursula Gräfe direkt aus dem Japanischen übertragen.

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Buchcover
David Schahinian über
Der Fänger im Roggen von Jerome D. Salinger
aus dem amerikanischen Englischen von Irene Muehlon (1954), Heinrich Böll (1962) und Eike Schönfeld (2003).
Wie unterschiedlich ein und derselbe Roman übersetzt werden kann, zeigen die deutschen Fassungen von Jerome D. Salingers The Catcher in the Rye. Die ersten Übersetzungen von Irene Muehlon und Heinrich Böll waren sprachlich Kinder ihrer Entstehungszeit, doch wurde das vielen erst mit der aktuellen Übersetzung von Eike Schönfeld so richtig klar. Er nahm sich die nötigen kreativen Freiheiten, vor denen seine Übersetzerkollegen ihrerzeit aus verschiedenen Gründen noch zurückschreckten.

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Wissenschaft

Buchcover
Vera Viehöver über
Sourcier ou cibliste von Jean-René Ladmiral
Jean-René Ladmiral, der sich selbst als „letzten Überlebenden eines längst vergangenen, vordigitalen Erdzeitalters der Übersetzung“ sieht, gehört zu den Gründungsvätern der institutionalisierten Übersetzungswissenschaft in Frankreich. Der Band Sourcier ou cibliste (2014) versammelt Beiträge des Autors aus mehr als drei Jahrzehnten, die bislang zum Teil nur schwer auffindbar waren: die Bilanz eines leidenschaftlichen Kämpfers, der ein Übersetzen für die Leser fordert – scharf im Urteil gegen die Sakralisierung und Fetischisierung von literarischen Texten.

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Buchcover
Vera Viehöver über
Im Bergwerk der Sprache von Gabriele Leupold und Eveline Passet (Hg.)
Modalpartikeln, Dialogstrukturpartikeln, Abweichungen in Syntax oder Präpositionsgebrauch, aber auch Dialekte, Archaismen, Mischsprachen und Slang: Der von zwei renommierten Literaturübersetzerinnen herausgegebene Sammelband rückt in sprachhistorischer Perspektive jene kleinen Details ins Licht, die Philologen in früherer Zeit häufig als Regelverstöße verpönten, Übersetzer jedoch oft tagelang umtreiben.

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