Archiv für die Kategorie „Wissenschaft“

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Vera Viehöver über
Sourcier ou cibliste von Jean-René Ladmiral
Jean-René Ladmiral, der sich selbst als „letzten Überlebenden eines längst vergangenen, vordigitalen Erdzeitalters der Übersetzung“ sieht, gehört zu den Gründungsvätern der institutionalisierten Übersetzungswissenschaft in Frankreich. Der Band Sourcier ou cibliste (2014) versammelt Beiträge des Autors aus mehr als drei Jahrzehnten, die bislang zum Teil nur schwer auffindbar waren: die Bilanz eines leidenschaftlichen Kämpfers, der ein Übersetzen für die Leser fordert – scharf im Urteil gegen die Sakralisierung und Fetischisierung von literarischen Texten.

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Vera Viehöver über
Im Bergwerk der Sprache von Gabriele Leupold und Eveline Passet (Hg.)
Modalpartikeln, Dialogstrukturpartikeln, Abweichungen in Syntax oder Präpositionsgebrauch, aber auch Dialekte, Archaismen, Mischsprachen und Slang: Der von zwei renommierten Literaturübersetzerinnen herausgegebene Sammelband rückt in sprachhistorischer Perspektive jene kleinen Details ins Licht, die Philologen in früherer Zeit häufig als Regelverstöße verpönten, Übersetzer jedoch oft tagelang umtreiben.

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Christian Bahr über
Traducción de una cultura emergente. La literatura gallega contemporánea en el exterior von Áurea Fernández Rodríguez, Iolanda Galanes Santos, Ana Luna Alonso und Silvia Montero Küpper
Für Minderheitensprachen verbindet sich mit der Frage der Übersetzung ein besonderes Problem, nämlich die Frage nach der Identität und dem Überleben der Sprache selbst. Vier Übersetzungswissenschaftlerinnen aus Galicien widmen sich der Frage, wie die Literatur ihrer Region ins Ausland exportiert wird und welche Wirkung dies wiederum auf das Selbstverständnis der Galicier mit Blick auf ihre Sprache und Identität hat. Denn hier geht es um weit mehr als einen gleichberechtigten Austausch zwischen den Kulturen.

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Rolf Pütter über
Antoine Bermans „produktive“ Übersetzungskritik von Irène Kuhn
Als Literaturübersetzerin und Hochschuldozentin hat Irène Kuhn die Erfahrung gemacht, dass die Leistungen der Übersetzer in der Literaturkritik viel zu wenig beachtet werden. Hier kann ihr Buch Abhilfe schaffen: Antoine Bermans Methode der Übersetzungskritik wird von ihr vorgestellt, durch ihre eigene Übersetzung zugänglich gemacht und anhand von vier deutschen Übertragungen des Baudelaire-Gedichtes Les petites vieilles auf Tauglichkeit überprüft. Damit legt Irène Kuhn die Erprobung eines neuartigen Konzeptes vor und eröffnet der Übersetzungskritik im deutschen Sprachraum neue Möglichkeiten.

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Marlon Poggio über
Entwicklungslinien der Translationswissenschaft von Erich Prunč
In seinen Entwicklungslinien der Translationswissenschaft stellt Erich Prunč die etappenreiche Genese der Translationswissenschaft von einer Interdisziplin bis hin zum heute eigenständigen Fach dar. Hierbei kommt er durch seine klare Darstellungsart der breiten Leserschaft entgegen, ohne jedoch die Bedürfnisse des erfahrenen Studiosus im Geringsten unbefriedigt zu lassen, für den das Werk ein Wissensschatz ist. Trotz weniger Schönheitsfehler gelingt Prunč in seinem Einführungswerk die wesentliche Verbindung von Wissenschaft und Populärmedium, denn Translation als Politikum geht jeden etwas an.

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Anja Schnabel über
Rhetorizität des hohen Stils von Alexander Nebrig
Wie spannend können Tragödien aus dem 17. Jahrhundert für einen heutigen Leser sein? Haben uns die tragédies classiques und ihre Übersetzungen im Zeitalter von Twitter & Co. überhaupt noch etwas zu sagen? Alexander Nebrig stellt in seiner Studie anhand zweier Übersetzungswellen die literaturgeschichtlichen Unterschiede deutscher Racine-Übersetzungen vor und veranschaulicht damit gleichzeitig die noch heute faszinierenden philologisch-rhetorischen Mittel des französischen Bühnenklassikers.

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Katrin Zuschlag über
Poétique du récit traduit von Geneviève Roux-Faucard
Der Titel Poétique du récit traduit verspricht viel, vielleicht zu viel. Beim Leser weckt er die Erwartung, mit dem 2008 bei Minard erschienenen Buch von Geneviève Roux-Faucard liege nun endlich die (bislang noch fehlende) Theorie der übersetzten Erzählung vor. Zweifellos eröffnet es einen ganz neuen, sehr präzisen und bisweilen desillusionierenden Blick auf übersetzte Erzählliteratur. Anhand zahlreicher Textbeispiele aus übersetzten Erzählungen von Cervantes über Puschkin bis hin zu Kafka und Virginia Woolf belegt die Autorin, wie stark sich Erzähler und Erzähltes durch den Übersetzungsprozess verändern (können) und welche Konsequenzen dies für die Rezeption der Erzählung hat.

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Radegundis Stolze über
Humanities. Was Geisteswissenschaft macht. Und was sie ausmacht von Marcus Beiner
Neue Impulse für die Übersetzungswissenschaft ergeben sich durch eine Perspektivenerweiterung in Richtung moderner geisteswissenschaftlicher Forschungspraxis, wie sie Marcus Beiner in seiner Neuerscheinung beschreibt. Ein historisch reflektierter, dialogischer Umgang mit Fragen des Übersetzens in ihrer spezifischen Perspektivität stellt dort eine wertvolle Ergänzung zu rein empirischen Untersuchungen dar, wo es um die Begründung von Übersetzungskompetenz geht.

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Vera Elisabeth Gerling über
Lateinamerikanische Literatur in der DDR von Jens Kirsten
Wie gelangte die Vielfalt an Literatur aus Lateinamerika trotz Bespitzelung und Kontrolle ins "Leseland" DDR? Jens Kirsten schildert die Machenschaften des berühmt-berüchtigten Spitzels "IM Roiber" sowie die beharrlichen Bemühungen engagierter Verlagsmitarbeiter und Herausgeber um politisch nicht genehme Autoren. Und er zeigt auf, dass bei aller Einschränkung doch auch viel Pioniergeist möglich war.

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