Archiv für die Kategorie „Übers Übersetzen“

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Katja Buchholz auf Spurensuche
in Paul Celans Bibliothek im Deutschen Literaturarchiv Marbach
Paul Celan war ein überaus versierter Lyrikübersetzer, dessen Arbeit zahlreiche Spuren in seiner Bibliothek hinterlassen hat. Seit 1990/92 befindet diese sich im Deutschen Literaturarchiv Marbach. In einem auf zwei Jahre angelegten Projekt wurden diese Spuren verzeichnet und im Online-Katalog zugänglich gemacht. Das ist deswegen so interessant, weil die bibliothekarische Erschließung den sonst verborgenen Prozess des Übersetzens sichtbar macht.

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Vera Elisabeth Gerling über
Übersetzen als Liebeserinnerung bei Valery Larbaud
Mit dem Anspruch der ‚Treue‘ sehen sich Übersetzer stets aufs Neue konfrontiert. Erscheint es doch jedem auf den ersten Blick schlüssig, dass eine ‚getreue‘ Wiedergabe des Ausgangstextes erstrebenswert sei. Für Valery Larbaud hingegen wandelt sich untertänige Treue in Untreue, denn Wörtlichkeit könne dem literarischen Sinn eines Textes nicht gerecht werden. Im Idealfall verbinde den Übersetzer mit seinem Text vielmehr eine Liebeserinnerung.

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Caroline Sauter über
Walter Benjamins Übersetzung von Saint-John Perses Anabase
Saint-John Perses Anabase ist ein merk-würdiges Buch. Das lyrische Epos – für das der Franzose Alexis Léger alias Saint-John Perse 1960 den Nobelpreis für Literatur erhält – zieht schlagartig die großen Geister der Epoche in seinen Bann: Sofort nach seiner Publikation im Jahr 1924 erscheinen Übersetzungen der Anabase ins Russische, Englische, Italienische, Spanische und Deutsche, angefertigt von herausragenden Literaten wie T.S. Eliot oder Giuseppe Ungaretti. Auch Walter Benjamin übersetzt Saint-John Perse. Es ist eine merk-würdige Übertragung. Benjamins Übersetzung deutet auf die Sphäre hin (ohne sie jedoch auszusprechen), vor der der Übersetzer nicht verstummen muss, sondern verstummen darf: den Heiligen Text.

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Johanna Wais interviewt
die Übersetzerin von Mick Fitzgeralds Erzählband Session. Irish Stories
Musik, Literatur und Übersetzung – was hat das miteinander zu tun? Wer den Erzählband Session. Irish Stories des irischen Musikers Mick Fitzgerald liest, dem fällt auf: Literatur ohne Musik ist für ihn kaum vorstellbar. Und beim Lesen der Übersetzung von Gabriele Haefs wird klar, dass auch beim Übersetzen Musikalität eine Rolle spielt. Über dies und vieles mehr haben wir mit der renommierten Übersetzerin und Herausgeberin von Fitzgeralds Irish Stories gesprochen.

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Radegundis Stolze über
die Verleihung des Karl-Dedecius-Preises 2011
Alle zwei Jahre erhalten jeweils eine Übersetzerin oder ein Übersetzer aus Deutschland und ein Kollege oder eine Kollegin aus Polen den mit 10.000 Euro dotierten Karl-Dedecius-Preis als Anerkennung für herausragende Übersetzungen. Dieses Jahr ging der Preis an Esther Kinsky und Ryszard Turczyn. Die Verleihung fand just am 90. Geburtstag von Karl Dedecius statt, so war dies eine ganz besondere Geburtstagsfeier.

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Andreas Schuster über
Ricardo Piglias letzte (übersetzende) Leser
Ricardo Piglia zeichnet in seinem Buch Der letzte Leser / El último lector Leserfiguren aus der Literatur nach und verknüpft diese mit einer Auswahl persönlicher Leseerlebnisse zu einem autobiographischen Band eigener Art. So werden literaturanalytische und literaturtheoretische Fragestellungen aufgeworfen, die an Sprach- oder Epochengrenzen keinen Halt machen und in engem Zusammenhang zum Übersetzen stehen. Es entsteht ein facettenreiches Bild von Piglias Literaturverständnis, bei dem die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, Literatur und Wissenschaft verwischen.

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Silke Pfeiffer über
den Dokumentarfilm Die Frau mit den 5 Elefanten von Vadim Jendreyko
„Warum übersetzen die Menschen? Das ist die Sehnsucht nach etwas, was sich immer wieder entzieht, nach dem unerreichten Original; nach dem Letzten und dem Eigentlichen.“ Swetlana Geier wusste, wovon sie sprach. Über fünfzig Jahre lang übertrug sie russische Literatur ins Deutsche, darunter auch die fünf großen Romane Fjodor M. Dostojewskijs – die sogenannten ‚fünf Elefanten‘. Vadim Jendreykos Dokumentarfilm Die Frau mit den 5 Elefanten über das Leben und Schaffen der Meisterübersetzerin russischer Literatur ist eine grandiose Liebeserklärung an die Familie, die Sprache, die Literatur und das Leben überhaupt.

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Ulrich Blumenbach über
die Unreinerhaltung der deutschen Sprache
Dem guten Übersetzer schenkt man ungefähr so viel Aufmerksamkeit wie einem gut geputzten Fenster, das ungetrübte Sicht ins Freie gewährt. Doch gerade darum sind literarische Übersetzer weitaus mehr als Leisetreter am Rande des Kulturbetriebs. Sie haben Verantwortung und sogar eine moralische Verpflichtung, ja, einen kulturpolitischen Auftrag. Dieser besteht in erster Linie darin, die eigene Sprache durch das Übersetzen zu verändern. Doch was ist und was braucht man für das literarische Übersetzen? Ein Essay von Ulrich Blumenbach.

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Christian Hansen über
2666 von Roberto Bolaño und den Teil von den Übersetzern
Übersetzer agieren im Lummerland: also in einem Land, das nicht sein darf. Denn was schon einmal als so genanntes „Original“ besteht, darf nicht zweimal existieren. Christian Hansen verdeutlicht dieses Paradox anhand der von Jorge Luis Borges erfundenen Figur Pierre Menard, der den Don Quijote einfach neu schreibt, Jahrhunderte später, aber doch in exakt demselben Wortlaut. Wie wäre die Widersprüchlichkeit des Übersetzens besser dargestellt? Hansen führt uns mitten hinein in das vorbabylonische Lummerland, wo er die Autoren der Werke – nicht zuletzt ,seinen‘ Roberto Bolaño und dessen Roman 2666 – neu erfindet.

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Ulrich Blumenbach
Eine Marginalie zur Übersetzung von Infinite Jest
Im Geständniswahn zunehmender Alkoholisiertheit vermischt Rémy Marathe, eine der skurrilen Figuren aus David Foster Wallace' Roman Unendlicher Spaß, in einem Kneipengespräch mehr und mehr Elemente seiner angeblich schweizerischen Heimat mit seiner wahren frankokanadischen Herkunft. In dieser Verwebung von Fremdem und Eigenem liegt für Ulrich Blumenbach, den preisgekrönten deutschen Übersetzer von Wallace' Mammutwerk, eine Analogie zu seinem Beruf, schmuggelt er doch gelegentlich deutsches literarisches Kulturgut in seinen deutschen Foster Wallace mit hinein. Die Übersetzung wird somit zu einer Echokammer der deutschen Literatur.

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Anja Malich
Eine Glosse zum Übersetzeralltag
Literatur zu übersetzen erfordert vor allem sprachliches Feingefühl und Kreativität. Im Übersetzeralltag jedoch spielt auch die Fähigkeit zum effektiven Zeitmanagement keine unwichtige Rolle: So sorgen die Verlage A, B und C, die voraussichtlichen Frühjahrs- und Herbstprogramme, ein nicht abgehörter Anrufbeantworter und nicht zuletzt eine gewisse Unverbesserlichkeit der Übersetzerin dafür, dass es meistens sowieso ganz anders kommt als geplant.

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Christine Becker über
Die Rolle der Übersetzung bei der Vergabe des Literaturnobelpreises
Der Literaturnobelpreis, die höchste Auszeichnung für Literaturschaffende, sieht sich einem grundlegenden Problem gegenüber: Die Mitglieder der Auswahlkommission an der Schwedischen Akademie verfügen über je verschiedene Sprachkenntnisse, meist jedoch bleiben diese auf die so genannten ‚großen‘ europäischen Sprachen beschränkt. Wie versuchen sie, dieser misslichen Lage zu begegnen, und welche weiteren (Übersetzungs-) Hindernisse sind auf dem Weg zur Nominierung zu nehmen?

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Silke Pfeiffer zur
Übersetzungswerkstatt mit Uwe Tellkamp
Wir schreiben das Jahr 2009. Ganz Deutschland feiert den 20. Jahrestag des Mauerfalls. Ganz Deutschland? Nein! In Straelen, einer unbeugsamen Kleinstadt am westlichen Ende der Republik, lässt Uwe Tellkamp, Autor aus Dresden und gesamtdeutscher Buchpreisträger von 2008, im Kollektiv mit seinen Übersetzern den Sozialismus einen Abend lang wieder ganz real existieren.

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Claudia Ballhause über ihre
Erstübersetzung von Esteban Echeverrías argentinischer Erzählung El Matadero ins Deutsche
Esteban Echeverría gilt als erster argentinischer Romantiker und hat mit der Erzählung El Matadero (Der Schlachthof, 1830, veröffentlicht 1871) einen der argentinischen Gründungstexte geschrieben. Während einer sintflutartigen Überschwemmung in Buenos Aires kommt es zu einem blutigen Gemetzel im städtischen Schlachthof, der die Situation des Landes metonymisch widerspiegelt.

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Radegundis Stolze über
Rezensionen zu Ulrich Blumenbachs deutscher Übersetzung von David Foster Wallaces Infinite Jest
Die Verantwortung von Übersetzern und Rezensenten bleibt unklar, wo eine Romanübersetzung, wenn sie denn überhaupt erwähnt wird, nur als „kongenial“ oder „holprig“ qualifiziert wird. Radegundis Stolze wirft einen kritischen Blick auf einige Rezensentenäußerungen zu D. F. Wallaces Unendlicher Spaß.

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