Artikel-Schlagworte: „Übers Übersetzen“

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Marion Herbert über ihre
Annäherung an das Verb apprivoiser bei Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz. Ein Werkstattbericht
Muss man Freunde zähmen? Jede Neuübersetzung des Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry steht automatisch in Bezug zur ersten Übersetzung von Grete und Josef Leitgeb aus dem Jahr 1950, die wohl jeder kennen dürfte. Auch Marion Herbert, die im Jahr 2015 eine von sieben Neuübersetzungen vorgelegt hat, stellt sich dieser Auseinandersetzung und zeichnet anhand des Verbs apprivoiser die Komplexität übersetzerischer Entscheidungen nach.

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Hanna Ohlrogge schreibt
Ein kleines Plädoyer für waghalsigeres Übersetzen
„Wir reiten das Pferd nicht, wir striegeln es nur“, hat mal jemand zu mir gesagt. Gemeint hat er damit, dass wir Übersetzer so was wie die Stallburschen der Literatur sind – wir wissen genauestens über die Vierbeiner Bescheid, aber über Wortwiesen galoppiert wird woanders. Das fand ich zuerst gewitzt formuliert, und dann schnell ziemlich traurig. Denn wenn ich übersetze, schreibe ich am liebsten unübersetzbare Sätze. Solche, die so deutsch sind, dass sie sich so leicht in keiner anderen Sprache sagen lassen. Ich mag das nicht, wenn ich in meiner Übersetzung die Sprache des Originals zu unverhohlen nachhallen höre. Deutsch ist viel zu schön dafür. Finde ich.

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Bernd-Jürgen Fischer über seine Neuübersetzung von
Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
"Longtemps, je me suis couché avec Marcel Proust", so erlebte Bernd-Jürgen Fischer die zehn Jahre, die er mit der Neuübersetzung des Proust'schen Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit zubrachte. Das wirft die Frage auf: Womit hat er sich denn die ganze Zeit befasst? Sein Werkstattbericht liefert die Antwort: mit Sekundärliteratur und sekundären Lektüren, mit Syntaxskizzen und etymologischen Weltreisen und dann noch mit dieser Nebensache, dem Übersetzen.

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Vera Viehöver über
Im Bergwerk der Sprache von Gabriele Leupold und Eveline Passet (Hg.)
Modalpartikeln, Dialogstrukturpartikeln, Abweichungen in Syntax oder Präpositionsgebrauch, aber auch Dialekte, Archaismen, Mischsprachen und Slang: Der von zwei renommierten Literaturübersetzerinnen herausgegebene Sammelband rückt in sprachhistorischer Perspektive jene kleinen Details ins Licht, die Philologen in früherer Zeit häufig als Regelverstöße verpönten, Übersetzer jedoch oft tagelang umtreiben.

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Verena Ott über
Schreiben als Übersetzen im schriftstellerischen Werk Picassos
Übersetzung als Moment von Inspiration? In der Betrachtung des literarischen und bildnerischen Werks von Pablo Picasso wird deutlich, dass Übersetzung hier zum gestalterischen Mittel wird. Indem der Künstler die unterschiedlichen Medien miteinander in Dialog treten lässt, erweitert sich ihre Ausdrucksfähigkeit. Doch auch innerhalb der von Picasso gewählten Medien finden sich zahlreiche Momente von Übersetzung als kreativem Schöpfungsmoment…

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Vera Elisabeth Gerling sprach mit
Georg Oswald
über seine Übersetzung von Der Jahrmarkt von Juan José Arreola
Wer kennt Juan José Arreola? Der moderne Klassiker der mexikanischen Literatur ist in deutscher Sprache weitgehend unbekannt. Die erstmalige Übersetzung des Romans La Feria (1963) unter dem Titel Der Jahrmarkt (2010) füllt hier eine bemerkenswerte Lücke. Doch wie übersetzt man einen so bunten und hochkomplexen ‚Roman‘, der vielleicht gar keiner ist? Wir fragen den Übersetzer Georg Oswald nach seiner Motivation und seinen Übersetzungsstrategien.

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Katja Buchholz auf Spurensuche
in Paul Celans Bibliothek im Deutschen Literaturarchiv Marbach
Paul Celan war ein überaus versierter Lyrikübersetzer, dessen Arbeit zahlreiche Spuren in seiner Bibliothek hinterlassen hat. Seit 1990/92 befindet diese sich im Deutschen Literaturarchiv Marbach. In einem auf zwei Jahre angelegten Projekt wurden diese Spuren verzeichnet und im Online-Katalog zugänglich gemacht. Das ist deswegen so interessant, weil die bibliothekarische Erschließung den sonst verborgenen Prozess des Übersetzens sichtbar macht.

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Vera Elisabeth Gerling über
Übersetzen als Liebeserinnerung bei Valery Larbaud
Mit dem Anspruch der ‚Treue‘ sehen sich Übersetzer stets aufs Neue konfrontiert. Erscheint es doch jedem auf den ersten Blick schlüssig, dass eine ‚getreue‘ Wiedergabe des Ausgangstextes erstrebenswert sei. Für Valery Larbaud hingegen wandelt sich untertänige Treue in Untreue, denn Wörtlichkeit könne dem literarischen Sinn eines Textes nicht gerecht werden. Im Idealfall verbinde den Übersetzer mit seinem Text vielmehr eine Liebeserinnerung.

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Johanna Wais interviewt
die Übersetzerin von Mick Fitzgeralds Erzählband Session. Irish Stories
Musik, Literatur und Übersetzung – was hat das miteinander zu tun? Wer den Erzählband Session. Irish Stories des irischen Musikers Mick Fitzgerald liest, dem fällt auf: Literatur ohne Musik ist für ihn kaum vorstellbar. Und beim Lesen der Übersetzung von Gabriele Haefs wird klar, dass auch beim Übersetzen Musikalität eine Rolle spielt. Über dies und vieles mehr haben wir mit der renommierten Übersetzerin und Herausgeberin von Fitzgeralds Irish Stories gesprochen.

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Silke Pfeiffer über
den Dokumentarfilm Die Frau mit den 5 Elefanten von Vadim Jendreyko
„Warum übersetzen die Menschen? Das ist die Sehnsucht nach etwas, was sich immer wieder entzieht, nach dem unerreichten Original; nach dem Letzten und dem Eigentlichen.“ Swetlana Geier wusste, wovon sie sprach. Über fünfzig Jahre lang übertrug sie russische Literatur ins Deutsche, darunter auch die fünf großen Romane Fjodor M. Dostojewskijs – die sogenannten ‚fünf Elefanten‘. Vadim Jendreykos Dokumentarfilm Die Frau mit den 5 Elefanten über das Leben und Schaffen der Meisterübersetzerin russischer Literatur ist eine grandiose Liebeserklärung an die Familie, die Sprache, die Literatur und das Leben überhaupt.

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Ulrich Blumenbach über
die Unreinerhaltung der deutschen Sprache
Dem guten Übersetzer schenkt man ungefähr so viel Aufmerksamkeit wie einem gut geputzten Fenster, das ungetrübte Sicht ins Freie gewährt. Doch gerade darum sind literarische Übersetzer weitaus mehr als Leisetreter am Rande des Kulturbetriebs. Sie haben Verantwortung und sogar eine moralische Verpflichtung, ja, einen kulturpolitischen Auftrag. Dieser besteht in erster Linie darin, die eigene Sprache durch das Übersetzen zu verändern. Doch was ist und was braucht man für das literarische Übersetzen? Ein Essay von Ulrich Blumenbach.

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Christian Hansen über
2666 von Roberto Bolaño und den Teil von den Übersetzern
Übersetzer agieren im Lummerland: also in einem Land, das nicht sein darf. Denn was schon einmal als so genanntes „Original“ besteht, darf nicht zweimal existieren. Christian Hansen verdeutlicht dieses Paradox anhand der von Jorge Luis Borges erfundenen Figur Pierre Menard, der den Don Quijote einfach neu schreibt, Jahrhunderte später, aber doch in exakt demselben Wortlaut. Wie wäre die Widersprüchlichkeit des Übersetzens besser dargestellt? Hansen führt uns mitten hinein in das vorbabylonische Lummerland, wo er die Autoren der Werke – nicht zuletzt ,seinen‘ Roberto Bolaño und dessen Roman 2666 – neu erfindet.

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Ulrich Blumenbach
Eine Marginalie zur Übersetzung von Infinite Jest
Im Geständniswahn zunehmender Alkoholisiertheit vermischt Rémy Marathe, eine der skurrilen Figuren aus David Foster Wallace' Roman Unendlicher Spaß, in einem Kneipengespräch mehr und mehr Elemente seiner angeblich schweizerischen Heimat mit seiner wahren frankokanadischen Herkunft. In dieser Verwebung von Fremdem und Eigenem liegt für Ulrich Blumenbach, den preisgekrönten deutschen Übersetzer von Wallace' Mammutwerk, eine Analogie zu seinem Beruf, schmuggelt er doch gelegentlich deutsches literarisches Kulturgut in seinen deutschen Foster Wallace mit hinein. Die Übersetzung wird somit zu einer Echokammer der deutschen Literatur.

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Anja Malich
Eine Glosse zum Übersetzeralltag
Literatur zu übersetzen erfordert vor allem sprachliches Feingefühl und Kreativität. Im Übersetzeralltag jedoch spielt auch die Fähigkeit zum effektiven Zeitmanagement keine unwichtige Rolle: So sorgen die Verlage A, B und C, die voraussichtlichen Frühjahrs- und Herbstprogramme, ein nicht abgehörter Anrufbeantworter und nicht zuletzt eine gewisse Unverbesserlichkeit der Übersetzerin dafür, dass es meistens sowieso ganz anders kommt als geplant.

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