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Marion Herbert über ihre
Annäherung an das Verb apprivoiser bei Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz. Ein Werkstattbericht
Muss man Freunde zähmen? Jede Neuübersetzung des Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry steht automatisch in Bezug zur ersten Übersetzung von Grete und Josef Leitgeb aus dem Jahr 1950, die wohl jeder kennen dürfte. Auch Marion Herbert, die im Jahr 2015 eine von sieben Neuübersetzungen vorgelegt hat, stellt sich dieser Auseinandersetzung und zeichnet anhand des Verbs apprivoiser die Komplexität übersetzerischer Entscheidungen nach.

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Hanna Ohlrogge schreibt
Ein kleines Plädoyer für waghalsigeres Übersetzen
„Wir reiten das Pferd nicht, wir striegeln es nur“, hat mal jemand zu mir gesagt. Gemeint hat er damit, dass wir Übersetzer so was wie die Stallburschen der Literatur sind – wir wissen genauestens über die Vierbeiner Bescheid, aber über Wortwiesen galoppiert wird woanders. Das fand ich zuerst gewitzt formuliert, und dann schnell ziemlich traurig. Denn wenn ich übersetze, schreibe ich am liebsten unübersetzbare Sätze. Solche, die so deutsch sind, dass sie sich so leicht in keiner anderen Sprache sagen lassen. Ich mag das nicht, wenn ich in meiner Übersetzung die Sprache des Originals zu unverhohlen nachhallen höre. Deutsch ist viel zu schön dafür. Finde ich.

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