Archiv für die Kategorie „“

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Elisabeth Schmalen über
Der Halbbruder von Lars Saabye Christensen
aus dem Norwegischen übersetzt von Christel Hildebrandt
Drei Generationen von alleinerziehenden Frauen, der vaterlose Fred, der kleinwüchsige Barnum und sein zwielichtiger Vater – die Hauptpersonen in Lars Saabye Christensens skurril-komischer Familiensaga Der Halbbruder sind allesamt Außenseiter der Gesellschaft. Trotzdem bemüht sich jeder von ihnen, auf seine Art und Weise glücklich zu werden, doch kaum einer dieser Versuche ist von Erfolg gekrönt.

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Nadine Alexander über
Winterwald von Patrick McCabe
aus dem Englischen übersetzt von Hans Christian Oeser
Eine kleine Quizfrage: Ein Mann kommt in ein Dorf und bleibt bis lang nach der „Sperrstunde“ in der örtlichen „Schenke“. Hier trifft er auf ein langhaariges Original, das der Besitzer mitleidig als „armen Dummlack“ und das sich selbst als „gottverdammten Hahnebampel“ bezeichnet. Dieser Mensch entpuppt sich schnell als ziemlich ordinär, erfreut sich an einem genussvoll fahrengelassenen „Arschpfeiferl“ und kennt sogar den Onkel des Besuchers, der offenbar ein dorfbekannter „Huppjoseph“ ist. Jetzt die Frage: Wo und wann mag dieser Roman spielen?

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Stefanie Jacobs über
Legenden von Hugo Hamilton
aus dem Englischen übersetzt von Henning Ahrens
Ein Mann, zwei Versionen einer Geschichte und zwei Bonbons. Hugo Hamilton erzählt die Geschichte eines Musikers auf der Suche nach seiner Identität und breitet dabei ein kunstvolles Mosaik aus Erinnerungen, Spekulationen und Gedanken aus.

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Rolf Pütter über
Pura Vida von Patrick Deville
aus dem Französischen übersetzt von Holger Fock
Der Ich-Erzähler in Patrick Devilles Roman reist durch Mittelamerika, um Nachforschungen über William Walker, einen US-amerikanischen Abenteurer des 19. Jahrhunderts, anzustellen. Aber die Biographie dieses Mannes, kurzzeitig Präsident von Nicaragua, wird unversehens zu einer rasanten Geschichte der lateinamerikanischen Revolutionen der letzten 200 Jahre, mit Auftritten von Simón Bolívar, César Sandino und Che Guevara.

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Katrin Segerer über
Beethoven war ein Sechzehntel schwarz von Nadine Gordimer
aus dem Englischen übersetzt von Malte Friedrich
Ein Insekt unter der Glasplatte des Schreibmaschinendisplays bringt eine Autorin aus ihrer Routine, ein weißer Universitätsprofessor sucht nach möglichen schwarzen Vorfahren, eine Frau besucht nach dem Tod ihres Mannes dessen frühere schwule Affäre, eine weitere Protagonistin riecht die Geliebte ihres Mannes in seinem Nacken, wieder eine andere hört sie im Spiel seines Cellos, ein Träumender trifft Tote – diese Erzählungen scheinen auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zu haben. Wie sieht’s auf den zweiten aus?

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Karolin Viseneber über
Zweimal Juni von Martín Kohan
aus dem Argentinischen übersetzt von Peter Kultzen
Fußball und Argentinien, das ist schon lange eine vielversprechende Kombination. Martín Kohan führt uns mit seinem neuesten Roman zurück in eine Zeit vor der „Hand Gottes“. Zwischen Spiel und System sowie Toren und Toten, entwickelt sich diese Geschichte über die letzte argentinische Militärdiktatur.

 

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Katrin Goldenstein über
Motel Life von Willy Vlautin
aus dem Amerikanischen übersetzt von Robin Detje
Über die Art, wie man in deutscher Sprache zu fluchen hat, kann man sicherlich streiten. Aber, ob durch MTV, amerikanische Filme oder schlicht den schnellen Wandel der Umgangssprache, eins ist klar: Wir fluchen immer „englischsprachiger“. Doch es geht auch anders. Robin Detje, der Übersetzer des Romandebüts Motel Life von Willy Vlautin zeigt, dass es für das englische „fucking“ außer einem nervigen „verdammt“ oder einem einfallslosen „verfickt“ würdigere Übersetzungen gibt. Und das ist nicht der einzige Genuss, der beim Lesen aufkommt, wenn Detje in seiner Übersetzung lexikalisch aus dem Vollen schöpft.

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Carina Schumann über
Feuer und Asche von Anne Fine
aus dem Englischen übersetzt von Ulla Kösters
Schon in der Grundschule kramte Anne Fines Romanfigur Tilly jede Nacht ihren Kerzenstummel aus dem Versteck, zündete ihn an und betete darum, dass Ingrid Molloy das Zeitliche segnen möge, denn die war alles, was sie schon immer sein wollte: blond, hübsch und clever. Mittlerweile ist Tilly eine erwachsene Frau, doch ansonsten hat sich seither nicht viel verändert… Raking the Ashes ist eine bissige Satire, die Erschreckendes über menschliches Verhalten aufdeckt.

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