Artikel-Schlagworte: „Editorial“

Liebe Leserinnen und Leser!

welche Chancen würden Sie einer Beziehung beimessen, in der einer der Partner ein echtes Original ist, ewig jung und spritzig, während der andere, nennen wir ihn Übersetzung, mit den Jahren ziemlich alt aussieht? So manche Liebe mag über derlei erhaben sein. Aber wenn sich Original und Übersetzung nach langer Zeit Seite an Seite auseinandergelebt und nichts mehr zu sagen haben, hilft meistens nur noch dies: eine Neuübersetzung muss her. In der 15. Ausgabe von ReLü kommen Neuübersetzer zu Wort und Neuübersetzungen auf den Prüfstand. > hier weiterlesen

Liebe Leserinnen und Leser!

sie sind Brücken zum Verständnis und wenig beachtete Kunstform: die Texte, die uns Filme in fremden Sprachen nahebringen, ohne dass wir auf Synchronsprecher zurückgreifen müssen. Ihnen widmen wir in der 14. Ausgabe der ReLü einen Ehrenplatz: Wir sprechen Übers Untertiteln. > hier weiterlesen

Liebe Leserinnen und Leser!

„Ja, was denn nun?“, mag man sich vielleicht beim Lesen der aktuellen Ausgabe von ReLü fragen: Wird hier etwa mit zweierlei Maß gemessen, wenn einerseits gefordert wird, kulturelle und sprachliche Eigenheiten eines Ausgangstextes in der Übersetzung beizubehalten, während genau dies an anderer Stelle der Kritikpunkt ist?

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Liebe Leserinnen und Leser!

wie halten Sie’s mit der Treue? Was die literarische Übersetzung anbelangt, scheint es auf diese Frage lediglich eine gültige Antwort zu geben: Nur eine treue Übersetzung – und damit ist landläufig die wörtliche, die textnahe Übersetzung gemeint – ist eine gute Übersetzung. Doch ob die Übersetzer und Kritiker, die in dieser Ausgabe von ReLü sprechen und über die gesprochen wird, in diesen Lobgesang auf die Wörtlichkeit bedenkenlos einstimmen würden?

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Liebe Leserinnen und Leser!

„Das war 2010!“ So ist es in den letzten Tagen und Wochen in allen großen und kleinen Zeitungen zu lesen gewesen. Jahresrückblicke, Reflexionen, Höhe- und Tiefpunkte des zehnten Milleniumsjahres. Machen wir mit: Helene Hegemanns Axolotl Roadkill löst eine heiße Diskussion über die Ethik des Büchermachens aus. Ausgerechnet ein Buch entzündet die inzwischen sogenannte Integrationsdebatte in Deutschland. Und auch der Papst schreibt prompt wieder eines. Bücher haben offenbar die Fähigkeit, etwas auszulösen, in die Gesellschaft einzugreifen, sie vielleicht zu verändern – auch in der vielbeschworenen Generation des Web 2.0. Bücher polarisieren. Bücher machen Meinungen. Vielleicht sogar Leute. Oder gar Menschen.

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Liebe Leserinnen und Leser!

alle reden davon, doch kaum jemand tut es. Alle würden irgendwie gern, doch im Alltagsgeschäft ist dafür angeblich keine Muße und in den Zeilen kein Platz. Die Argumente sind bekannt und wiederholen sich: Für die Bewertung der Übersetzungen sei im Feuilleton keine Zeit, fehle der schnelle Zugriff auf das Original, seien die jeweiligen Sprachkenntnisse nicht ausreichend und zudem stehe Übersetzungskritik am Ende der Besprechungen und falle schließlich sowieso der Kürzung zum Opfer. Somit könnte man das Ergebnis zweier einschlägiger Veranstaltungen der vergangenen Monate, die sich mit Literaturkritik auch übersetzter Literatur befassten, folgendermaßen resümieren: Übersetzungskritik ist wichtig, kann jedoch nur in der Nische des Internets stattfinden.

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Liebe Leserinnen und Leser!

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“, schrieb der Philosoph Ludwig Wittgenstein. Grenzen von Sprache, aber auch wie gerade Sprache Grenzen zwischen Jahrhunderten und Kulturen überwinden kann – in der neuen Ausgabe der ReLü erwartet Sie beides: übersetzerische Veränderungen ebenso wie übersetzerische Brückenschläge.

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Liebe Leserinnen und Leser!

„Was anderes ist unser Metier, als Anlässe zur Veränderung rein und groß und frei hinzustellen?“, so fragt kein Geringerer als Rainer Maria Rilke sich und alle Literatur(er)schaffenden in einem Brief aus dem Jahr 1914. Die ReLü-Redaktion nimmt die Literatur, ihre Übersetzung und deren Kritik als Anlass zur Veränderung ernst. Mit der Ausgabe Nr. 8 präsentieren wir Ihnen eine ReLü mit neuem Gesicht: ein neues Homepage-Design, eine neue Rubrik für Rezensionen übersetzungswissenschaftlicher Titel und die Kolumne „Übers Übersetzen“ – äußerlich und innerlich hat sich die Form verändert, ohne jedoch das Herzstück zu verlieren: ReLü bleibt die Rezensionszeitschrift zur Literaturübersetzung, die Sie nun schon seit vier Jahren kennen und die Sie durch Ihre Lektüre, Ihre Diskussionsbeiträge, Ihre Rezensionen und Ihr Interesse bereichert und unterstützt haben.

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Liebe Leserinnen und Leser!

wir freuen uns, Ihnen heute unsere siebte Ausgabe präsentieren zu können, in der wir Sie durch unterschiedliche Welten und Genres führen. Vom Jugendroman über den Comic, von der Liebesgeschichte zum Kriminalroman, Bearbeitungen literarischer wie historischer Themen – für jeden Geschmack ist etwas dabei.
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Liebe Leserinnen und Leser!

als ReLü vor knapp drei Jahren an den Start ging, bestand das Team aus zehn engagierten Studentinnen und einer Dozentin des Studiengangs Literaturübersetzen, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, die Arbeit der literarischen Übersetzer stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Heute kann ReLÜ bereits auf sechs erfolgreiche Ausgaben zurückblicken:

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Liebe Leserinnen und Leser!

Autor und Übersetzer, der Schriftsteller und sein Sozius – ein Paar, das gemeinsam Weltliteratur schreibt. Die Idee der gemeinsamen Urheberschaft prägte Jorge Luis Borges, der den Übersetzer in seinen Harvard-Vorlesungen in die Zunft der Schriftsteller aufnahm und darum der ersten Ausgabe der ReLü seine Stimme lieh. Jean-Philippe Toussaint betonte in Ausgabe 2 die enge Zusammenarbeit mit seinen Übersetzern. Internationale Arbeitstreffen gehören für ihn längst zur Routine seines Arbeitsablaufs. Schriftsteller und Übersetzer, sie arbeiten beide an der Sprache und gegen die Sprachlosigkeit. Mit einem Unterschied: Der Schriftsteller darf sich Sprachlosigkeit schon mal leisten, der Übersetzer nicht. Schriftsteller bringen Geschichten zu Papier, Übersetzer bringen sie zur Sprache.

Pointiert zur deutschen Sprache gebracht hat Marcus Ingendaay Clifford Chase‘ schräge Parodie auf den Antiterrorkampf der USA, Winkie. Hans Terre überträgt den amerikanischen Slang in Iain Levinsons Wirtschaftskrimi Since the Layoffs gemäß der hierzulande geltenden Konvention ins Hochdeutsche: Betriebsbedingt gekündigt. Brigitte Lindeckes deutsche Fassung der italienischen Love-Story Ho voglia di te – Ich steh auf dich macht die Illusion einer deutschen Urheberschaft dagegen perfekt. Gelegentlich entsteht aus gemeinsamer Urheberschaft auch autonome Autorschaft, wie das Beispiel Ingo Herzkes zeigt, der in der Übersetzung von Edward St. Aubyns Never Mind Schöne Verhältnisse den Zynismus einer britischen Upperclass-Familie als Aphoristiker zumindest salonfähig macht.

Ungeachtet des Sujets gelingt es Übersetzern, trotz verschiedener Idiome eine gemeinsame Sprache zu sprechen und über die gemeinsame Sprache den Lesern beider Idiome einen gemeinsamen Raum zu öffnen. Übersetzen ist daher keine ausschließlich literarische Fertigkeit, sondern eine Kulturtechnik – der soft skill für die (literarische) Weltgemeinschaft.

Viel Vergnügen mit der fünften Ausgabe von ReLü wünscht Ihnen

Stefanie Hattel für die ReLü-Redaktion

Liebe Leserinnen und Leser!

Auf die Titelfrage seines berühmten Essays von 1947: „Qu’est-ce que la littérature?“ – „Was ist Literatur?“ antwortet Sartre u. a. mit dem Bild, ein literarisches Objekt sei „ein seltsamer Kreisel“, der nur in der Bewegung zwischen Schreibenden und Lesenden existiere und in seiner imaginativen Dynamik Welten erschaffe und enthülle.

Der wesentlichen Freiheit einer solchen Orientierung entspricht die programmatische Vielfalt auch dieser ReLü-Ausgabe, in der mit Der alltägliche Kampf (Manu Larcenet) ein Comic besprochen wird, und neben einem Kriminalroman, der keiner ist (Ottavio Cappellani, Wer ist Lou Sciortino?), eine Satire auf das sinnentleerte Leben der modernen Gesellschaft (Martin Page, Antoine oder die Idiotie) vorgestellt wird.

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Liebe Leserinnen und Leser!

„Nur Handke schreibt noch so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist“, sagt Georges-Arthur Goldschmidt, der französisch-deutsche Autor und Übersetzer Handkes, und ehrt damit seinen Schriftstellerkollegen – wie er Wahlpariser – als einen der wenigen deutschen Literaten, die sich ihre eigene Sprache bewahrt haben. Im wahren Leben, in Frankreich wie in Deutschland, war es genau diese Eigenwilligkeit, die ihn um Rang und Ehre brachte:
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Liebe Leserinnen und Leser!

„Folgende Eigenschaften sollte ein Übersetzer haben: Stil, Geduld, Bescheidenheit, Genauigkeit“, sagt Jean-Philippe Toussaint im Interview mit ReLü. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden: Bei aller Stilsicherheit bedarf es doch oftmals einer Menge Geduld, um mit der erforderlichen Genauigkeit dem Original gerecht zu werden. Doch wie bescheiden kann und soll ein Übersetzer sein?

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Liebe Leserinnen und Leser!

„Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn“, so ein Gedanke bei Jorge Luis Borges. Denken mit fremdem Gehirn? Das klingt reizvoll, spannend, abenteuerlich, jedoch stößt ein deutscher Leser, zumindest bei übersetzter Literatur, vermutlich schnell an die eigenen Grenzen: Sind doch in einem fremden Gehirn nicht bloß aufregende, fremde Gedanken, sondern in erster Linie fremde Sprachen enthalten. Schrieb Borges etwa deutsch? Nein, aus Borges’ Mund würde dieselbe Aussage vielmehr lauten: „Leer es pensar con un cerebro ajeno.“

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